Seminar: Werkzeugtechnik für Werkzeugkonstrukteure

Referenten aus der Praxis vermitteln Ihnen vertiefendes Fachwissen und Erfahrungen zu Werkzeugen in der Spritzgießtechnik. Dieses Seminar richtet sich an erfahrene Mitarbeiter aus dem Werkzeugbau. Schwerpunkte des Seminars sind die konstruktive Auslegung von Spritzgießwerkzeugen und die Möglichkeiten von unterstützenden Simulationstechniken.

Die konstruktive Qualität eines Spritzgießwerkzeuges bestimmt ganz wesentlich die Prozesssicherheit, die Zykluszeit und die Qualität der Formteile. Werkzeugkonstrukteure müssen unterschiedliche konstruktive Gestaltungskonzepte kennen sowie Vorteile und Grenzen möglicher Konzepte bewerten, um letztendlich durch eine treffsichere Auswahl die geforderte Funktion des Werkzeugs zu erfüllen. Ausgehend von der Formteilgestaltung, der geforderten Werkzeugausbringung und Formteilqualität muss ein Optimum hinsichtlich Teile- und Werkzeugkosten und Prozesssicherheit gefunden werden.

In diesem Seminar werden Kenntnisse der konstruktiven Werkzeugauslegung vertieft, sowie die heutigen Möglichkeiten der konstruktionsbegleitenden Simulation praxisnah vermittelt. Das Seminar bietet Teilnehmern die Möglichkeit eigene Erfahrungen und Problemstellungen einzubringen und zu diskutieren.

Nächster Termin:

27. – 28. 02. 2019: Horb
Kosten: 840,- Euro (zuzügl. MwSt.)

Flyer

Anmeldung

Zielgruppe:

Werkzeugkonstrukteure und technische Führungskräfte aus dem Werkzeugbau, die ihre Kenntnisse in der Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen erweitern und vertiefen wollen.

Inhalte:

Begrüßung und kurze Einführung in die Thematik

Kräfte im Spritzgießwerkzeug, Wirkung und konstruktive Gegenmaßnahmen

  • Werkzeugauftriebskräfte (Kräfteschwerpunkt, Symmetrie)
  • Querkräfte
  • Werkzeugatmung
  • Kernversatz
  • Wärmeausdehnung, Wärmespannung
  • Partieller Nachdruck (Kernprägen)

Führen und Zentrieren des Werkzeuges und der Werkzeugelemente

  • Kompensation der Wärmeausdehnung bei Zentrierungen
  • Schwimmend gelagerte Werkzeugeinsätze
  • Kompensation der Wärmeausdehnung bei Schieberführungen
  • Schieberzentrierung
  • Zusammenlaufende Schrägen
  • Zusammenlaufende Kerne

Ungleichgewichte bei symmetrischen Schmelzeleitsystemen

  • Werkzeugbedingte Ungleichgewichte
  • Prozessbedingte Ungleichgewichte
  • Konstruktive Lösungen zur Vermeidung/Minimierung der Ungleichgewichte in Schmelzeleitsystemen

Einsatz der Heisskanaltechnik

  • Grenzen der Heisskanaltechnik
  • Gestaltungsmerkmale von HK – Systemen und deren Auswirkungen auf den Verarbeitungsprozess bzw. auf das Formteil
  • Heisskanäle im Spritzgießprozess (Aufheizen/Anfahren/Herunterfahren, Regelung, Temperaturabsenkung)

Entlüftung bei Spritzgießwerkzeugen

  • Analyse der Entlüftungsprobleme (Glanzstellen /Brenner, innere Lufteinschlüsse, Luftverschleppung)
  • Auswirkung einer mangelhaften Entlüftung auf Formteil, Werkzeug und den Spritzgießprozess
  • Beispiele für Problemlösungen

Additiv hergestellte Werkzeugeinsätze

  • Stand der Technik
  • Ausführungsbeispiel mit konturnaher Temperierung

Abschlussdiskussion der Seminarthemen des 1. Tages

Konstruktionsprinzipien zur Entformung

  • Schieber, Schleppschieber, Backenschieber
  • Unterflurschieber, Keilgetriebe und schräggestellte Führungen, Schrägauswerfer für einachsig und mehrachsig geneigte Hinterschnitte, zusammenfallende Kerne
  • Aufteilen der Entformungskräfte (mehrstufiges Auswerfen, Tandemschieber, mitlaufende Kerne)
  • Gewinderitzel (axial unbeweglich, axial beweglich)
  • Steuerung einer Abstreifplatte durch den Werkzeugöffnungshub (Klinkenzüge, Zahnradgetriebe, Schraubgetriebe)
  • Entformen von Außengewinden (Entformung mit Ausdrehhülsen, Entformung in einer Trennebene)
  • Automatisiertes Spritzgießen von Innen- und Außengewinden mit Einlegekernen
  • Entformen mit Luftunterstützung

Diskussion zur Thematik der Entformung

  • Hinweise für praktische Umsetzung
  • Möglichkeiten und Grenzen

Möglichkeiten der konstruktionsbegleitenden Prozesssimulation bei Spritzgießwerkzeugen

  • Voraussetzungen für die Simulation
  • Füllverhalten unter Berücksichtigung des Schmelzeleitsystems und der Temperierung
  • Anguss-Balancierung
  • Thermisch stabiler Prozess (Effizienz des Temperiersystems, Multizyklusanalyse, konstruktive Optimierung)
  • Verzugsanalyse (Entscheidung über das Vorhalten der Kavitätsgeometrie)
  • Auswerferanalyse (Kräfte auf das Formteil, Spannungen, Deformationen)
  • Entlüftung (Wirksamkeit der Gestaltung, Gegendruck, Lufteinschlüsse)
  • Ermitteln der Prozessparameter für die Bemusterung
  • Werkzeugatmung, Kernversatz
  • Beispiele aus der Praxis

Diskussion zur Thematik der Prozesssimulation

  • Hinweise für praktischen Umsetzung
  • Möglichkeiten und Grenzen

Abschlussdiskussion

  • Zusammenfassung
  • Feedback

Referenten:

Dipl.-Ing. Wilfried Weber

M. Eng. Jan Bayerbach

M. Eng. Thomas Weinmann